OLED Abkürzungen

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OLED Abkürzungen

Dennis McCarthy gehört zu den weltweit bekanntesten Journalisten rund um das Thema OLED. Sein heutiger Gastbeitrag führt uns auf heitere und informative Art durch die verschiedenen Abkürzungen, die Viele benutzen aber doch nicht Jedem ein Begriff sind. Kennen sie sich aus? Testen sie ihr Wissen hier.

Nicht nur die moderne Kommunikation im Allgemeinen sondern insbesondere auch der Beleuchtungssektor ist voller Abkürzungen. Man kann nun streiten ob hier Bequemlichkeit oder Nutzen überwiegen. Wer allerdings regelmäßig Texte mit leicht einprägsamen Begriffen wie Elektrolumineszenz oder Farbwiedergabeindex lesen oder sogar schreiben muss, lernt die Dienste dieser kleinen sprachlichen Helferlein schnell zu schätzen. Durch übermäßigen Gebrauch kann es aber auch vorkommen, dass wir vor lauter Akronymen die eigentliche Wortbedeutung ganz vergessen. Wir wollen nachfolgend nun versuchen, etwas Licht in den Begriffsdschungel rund um die OLED-Beleuchtung zu bringen.

Im Bereich der SSL (für „solid state lighting“, d.h. Festkörperbeleuchtung) sprechen wir von Halbleitermaterialien, die durch EL (Elektrolumineszenz) Licht erzeugen. Gemeinhin fasst man diese unter dem Sammelbegriff LED (für „light emitting diode“, d.h. Leuchtdiode) zusammen, wobei hier zwischen OLEDs (für „organic light emitting diode“, d.h. Organische Leuchtdiode) und ILEDs (für „inorganic light emitting diode“, d.h. anorganische Leuchtdiode) zu unterscheiden ist. Für letztere Gruppe wird übrigens üblicherweise der Sammelbegriff LED verwendet. Da wir uns hier aber speziell mit der organischen Seite beschäftigen folgen nun meine Lieblingsabkürzungen rund um die OLED, vielleicht sind ja für den einen oder andern Leser sogar ein paar neue Begriffe dabei.

Generell unterscheidet man zwei Klassen von OLEDs. PMOLEDs (für „passive matrix OLED“, d.h. OLED mit einer passiven Matrix, wobei ich dem Leser an dieser Stelle die volle Länge des Begriffs ersparen möchte) werden üblicherweise in medizinischen oder gesundheitstechnischen Anwendungen eingesetzt, ein klassisches Beispiel sind die beliebten Fitnessuhren. AMOLEDs (für „active matrix OLED“, d.h. OLED mit einer aktiven Matrix) sind die für die Verbraucher geläufigsten OLEDs, eingesetzt in Mobiltelefonen, Flachbildfernsehern und vielen anderen Geräten. Bis hierhin alles klar soweit?

Auf der nächsten Ebene sind die gängigsten Subkategorien. TOLEDs (T für „transparent“, d.h. transparent) sind wie der Name schon sagt durchsichtige OLEDs, d.h. leuchtend wenn eingeschaltet und durchsichtig wenn ausgeschaltet. PhOLEDs (Ph für Phosphor) nutzen phosphoreszierende Materialen zur Lichterzeugung, nicht zu verwechseln mit dem Element Phosphor übrigens, dass bei LEDs eingesetzt wird. QLEDs oder QDOLEDs (QD für „quantum dot“, d.h. Quantenpunkte – spätestens hier empfehle ich einen kleine Ausflug zu Wikipedia) nutzen diese Nanostrukturen zur Lichterzeugung, zugegebenermaßen ist die Technologie aber noch recht experimentell im Moment. WOLEDs (W für „white“, d.h. weiß) sind der Stoff aus dem viele OLED Displays aufgebaut sind, beispielsweise die vielbeworbenen Fernseher von LG. FOLEDs (F für „flexible“, also biegbar) bezieht sich auf alle flexiblen OLEDs, wobei der Grad der Verformbarkeit mit neuen Materialen ständig zunimmt.

Es gibt übrigens auch LED-Varianten mit OLED-ähnlichen Eigenschaften, sogenannte OLETs (für „organic light emitting transistor“, d.h. organischer Leuchttransistor), die wie der Name schon sagt aus Transistoren an Stelle von Dioden aufgebaut sind. Im Gegensatz dazu verwenden OLECs (für „organic light emitting chemicals“, d.h. organische Leuchtmittel) spezielle elektrolumineszente Leuchtzellen zur Lichterzeugung. Bei meiner Recherche bin ich auch auf einen für mich neuen Begriff gestoßen, die OLEVs, die einen Varistor an Stelle einer Diode oder eines Transistors verwenden. Nun aber zurück zur OLED.

Eine ganze Begriffsfamilie setzt sich mit dem Aufbau der OLED auseinander. Eine Gruppe beschreibt jeweils die Materialstruktur der einzelnen OLED-Schichten. ITO (für „Indium Tin Oxide“, d.h. Indium Zinnoxid) ist beispielsweise ein häufig genutztes Anodenmaterial, prinzipiell jedes OLED-Endgerät hat ein ITO. IGZO – wie schaut es mit den Chemiekenntnissen aus? Diese Abkürzung steht für Indium Gallium Zink Oxid, welches zunehmend alternativ zu ITO eingesetzt wird. LTPS (für „lower temperature poly silicone, d.h. Niedertemperaturpolysilikon) ist etwas weniger handfest, zeigt aber deutlich, warum man gern auf die Akronymtechnik bei der Abkürzungsbildung zurückgreift.

Noch nicht genug? Wir hätten dann noch TFTs oder auch O-TFTs. Diese beziehen sich auf den Aufbau komplexer Displaystrukturen, wobei TFT für „thin film transistor“, d.h. Dünnschichttransistor seht. (das O steht demzufolge für organisch) TDAF steht für „thermally activated delayed fluorescence”, also thermisch aktivierte, verzögerte Fluoreszenz. Eine andere Abkürzungsgruppe bezieht sich auf den Produktionsprozess der OLEDs. ALD beispielsweise steht für „atomic layer deposition“, also Atomlagenabscheidung bezeichnet ein Fertigungsverfahren zum Auftragen sehr dünner Strukturen (dünn heißt hierbei im Nanometerbereich).

Es gibt auch noch einige Abkürzungen, die sich auf die Leuchteigenschaften der OLED beziehen und häufig im Sprachgebrauch rund ums Licht verwendet werden, CRI beispielsweise steht für „colour rendering index“, d.h. Farbwiedergabeindex. Bevor ich’s vergesse, natürlich ist der Aufbau der OLED nicht komplett ohne die gängigen Begriffe wie ETL, HTL, EML, HBL, EIL und nicht zu vergessen HIL – nein hier fehlt kein L. Wahrscheinlich habe ich auch noch zwei Dutzend wichtige Akronyme vergessen. Zum Abschluss lieber Leser hier noch eine kleine Fleißaufgabe: Lerne die wichtigsten OLED-Abkürzungen und kröne dich selbst zum OAW, dem OLED-Abkürzungsweltmeister – der Titel wird bei der nächsten Stammtischrunde auf jeden Fall für Aufsehen sorgen.

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